Kinder- und Jugendstudien in Jena und anderswo
Freitag, 9. Dezember 2011Liebe Leute,
was treiben Jugendliche hier und anderswo? Castingshows – aber auch das gute alte Buch sind nach wie vor gefragt! Ein Zitat aus der aktuellen JIM-Studie (11/2011):
” Zwei Drittel der Mädchen und jeder vierte Junge zwischen 12 und 19 Jahren kann eine Castingshow benennen, die er gerade besonders gerne anschaut. Am häufigsten wurden zum Zeitpunkt der Befragung „Deutschland sucht den Superstar“ und „Germany’s Next Topmodel“ genannt. Jedes fünfte Mädchen und jeder sechste Junge hat sich innerhalb der letzten zwölf Monate an einer solchen Sendung interaktiv beteiligt, allerdings bleibt es häufig bei einer einmaligen Teilnahme. [...] 44 Prozent der Jugendlichen lesen regelmäßig Bücher und 42 Prozent Tageszeitungen. ”
Ganz aktuell erschienen und herausgegeben von Orbit ist die Jenaer Kinder und Jugendstudie 2011! Sie dient als Grundlage für die Jugendarbeit in Jena. Im Vergleich mit der Studie von 2009 folgende Zahlen:
(blau 2009, grün 2011)
64%/64% haben einen gymnasialen Abschluss, 28,5%/32,6 Realschule und 6,9%/3,1 einen Hauptschulabschluss.
1,6 Geschwisterkinder gibt es, 63% leben bei beiden Eltern, durchschnittlich 21,80/22,6 € Taschengeld gibt es, Kinder von arbeitslosen Eltern bekommen weniger oder gar kein Taschengeld. 60% der Kinder hatte noch nie Schulden, 82% /79,3 der Eltern sind berufstätig.
87% /85,1 sind in Deutschland geboren, interessant und schön die Aussage der Jugendlichen mit Migrationshintergrund: ” 86,2% der Befragten mit Migrationshintergrund haben gute Freunde anderer Nationalitäten,
hingegen stimmten dieser Aussage nur 49,3% der befragten Kinder und
Jugendlichen ohne Migrationshintergrund zu.”(2009)
Neu in der Studie von 2011 ist die Frage nach der Zufriedenheit im Leben: “Mehr als zwei Drittel der Befragten sind mit ihrem Leben (67,7%), ihrer familiären Situation (70,4%), sowie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Freizeitmöglichkeite (66,8%) sehr zufrieden bzw. zufrieden. Die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland verursacht dagegen die meiste Unzufriedenheit unter den Kindern und Jugendlichen (unzufrieden/sehr unzufrieden: 31,3%).” (2011 S.32)
Die beliebtesten Freizeitorte (2009) sind das Kino und das Galaxsea, Hauptschüler benutzen eher die Stadtteilbibliothek Lobeda, Gymnasiasten die Hauptbibliothek als außerschulischen Lernort.
Wichtig bei der Benutzung von Freizeiteinrichtungen sind die folgenden Aspekte: bietet Platz, um Freunde zu treffen, soll bezahlbar sein, gute Räumlichkeiten und attraktive Öffnungszeiten haben. Gleiche Werte 2009 und 2011.
Neu kam 2011 die Frage nach Sportangeboten und AGs in Schulen dazu.
“Insgesamt 30,2% der Befragten geben an, noch nie eine der genannten öffentlichen Bibliotheken (Ernst-Abbe-Bibliothek; Bildungslücke, Stadtteilbibliothek Lobeda) genutzt zu haben.” (2011, S.68)
Die Akzeptanz von Gewalt liegt etwas erhöht bei 7,1%, bei gleichzeitiger Abnahme zur Zustimmung zur Ausländerfeindlichkeit (2,8%) (2009: S. 161)
Das Politikinteresse ist gegenüber 2009 um 7% gesunken
Themenbereiche (2009) sind:
Kultur, berufliche Orientierung, Erziehung und Unterstützung, delinquentes Verhalten, Gewalt, Ernährungsverhalten, Alkohol- und Nikotinkonsum, politische Einstellung, Kommunikationsmedien und Sprachen.
Themenbereiche 2011:
Lebenslagen (ab Klasse 4), Freizeitinteressen (ab Klasse 4), Kultur (ab Klasse 5), berufliche Orientierung (ausführlich nur ab Klasse 8), Erziehung und Unterstützung (ab Klasse 5), Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (ab Klasse 8), Ernährungsverhalten (ab Klasse 5), Alkohol- und Nikotinkonsum (ab Klasse 8).
Total spannende Studien, in die es sich wirklich lohnt, hineinzuschauen!
Kirsten Heinrich

Verfasst von schubinet











